Startseite
Autismus
Allgemeines
Autistisches Spektrum
Typische Merkmale
Früherkennung & Diagnose
Ursache
Therapie
Medikamente
Literatur und Medien
Betroffene berichten
Angebote - Wien
Angebote - Niederösterreich
Hilfen und Beihilfen
Veranstaltungen
Jobs und Praktika
Wollen Sie uns unterstützen?
Kontakt
Sponsoren / Partner

Früherkennung

Schon früh verläuft die Entwicklung von Kindern mit
Frühkindlichem Autismus anders. In der Früherkennung
von Menschen mit Autismus sind einige Kernsymptome
von Bedeutung, die bei jeder autistischen
Störung auftreten.



Normal verlaufende Entwicklung

Entwicklung bei Kindern mit Autismus

7 – 8
LW

strahlendes Lächeln als Reaktion auf das Gesicht der Eltern

kein soziales Lächeln als Reaktion auf vertraute Gesichter

8 – 12
LW

Blickkontakt erstes soziales Lächeln visuelle Vorliebe für Gesichter, Augenkontakt ist die Basis für Interaktion

kein bzw. flüchtiger Blickkontakt ausschließliche Vorliebe für Materie, drehende, glitzernde, sich bewegende und pendelnde Gegenstände visuelle Vorliebe für Details

ab 3
LM

Interesse für andere Kinder

 

4 – 5
LM

sehr differenziertes Sozialverhalten, Reaktion auf Ansprache

kein Interesse an anderen Kindern, eher Angstreaktion

8
LM

Fremdeln

kein Fremdeln

9
LM

Zeigen auf gewünschte Gegenstände Herstellen des Augenkontaktes zur Mutter Erwecken des Interesses der Mutter nonverbale Sprache (Gestik, Mimik) verbale Sprache (Lallproduktion, Wörter, Wortverständnis)

kein Zeigen auf Gegenständen, um die Aufmerksamkeit des Gegenübers zu erwecken, sondern Manipulieren der Hände kaum bzw. keine Gestik, Mimik

12
LM

Spiele wie Bausteine in die Schachtel räumen, Turm bauen

kein Spielverhalten, stattdessen Schlichten, Reihen von Gegenständen

24
LM

Symbolisches Spiel, "so tun als ob",  funktionale Spiele (mit Bürste kämmen), symbolische Spiele

 

                                                               LW - Lebenswoche           LM - Lebensmonat


Diagnose

Zur Absicherung einer möglichen  Autismus-Diagnose gibt es spezifische Verfahren, die von Psychologen oder Ärzten angewendet werden. Wesentlich für eine Diagnose sind die Wahrnehmungen, Beobachtungen und Einschätzungen der Eltern. Viel zu oft wird die Diagnose noch immer nicht gestellt, die Beobachtungen bagatellisiert und den Eltern geraten, dem Kind doch mehr Zeit zu geben.
Wie die leidvollen Erfahrungen der Eltern zeigen, sind deren Beobachtungen oft die richtigen. 

 

Autismusspezifische Diagnoseverfahren 

Einige Beispiele für Diagnoseverfahren sind:

  • ICD-10 und DSM-V: Diagnostische Kriterien für den frühkindlichen Autismus
  • U-Checkliste des Regionalverbandes Hilfe für das autistische Kind
  • CESA, Checkliste zur Erfassung früher Symptome des Autismus
  • CARS, Childhood Autism Rating Scale
  • CHAT, Checklist for Autism in Toddlers
  • ABC, Autism Behavior Checklist
  • BOS, Behavior Observation System for the Autistic Syndrome
  • SEAK-M Skala zur Erfassung autistiformer Kontaktstörungen bei Minderbegabten
  • ADI, Autismus Diagnostik Interview
  • ADOS, Autism Diagnostic Observation Schedule

 

Abgrenzung Autistischer Störungen von anderen Störungsbildern

Im Rahmen der Diagnostik müssen andere Erkrankungen und Störungsbilder ausgeschlossen werden. Vor allem die soziale Zurückgezogenheit findet sich auch bei anderen psychiatrischen Syndromen, jedoch in geringerer Ausprägung. Zudem weisen die Symptome auch eine andere Qualität als bei Autisten auf. Folgende Störungsbilder müssen von autistischen Störungen abgegrenzt werden:

  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Schwere geistige Behinderung: eine gute Interaktion zwischen Eltern und Kind spricht gegen die Diagnose eines frühkindlichen Autismus
  • Störungen der Hyperaktivität in Kombination mit geistiger Behinderung und stereotypen Bewegungen: Es fehlen bei dieser Störung die für den Autismus typischen Kommunikations- und Interaktionsstörungen
  • Bindungsstörung: im Gegensatz zum Autismus normale Fähigkeiten zur sozialen Gegenseitigkeit
  • Rett-Syndrom: Verlust erworbener Fähigkeiten und typische psychomotorische Entwicklungsstörung, durch Gentest nachweisbar
  • Heller´sche Demenz: normale Entwicklung bis zum Alter von mindestens 2 Jahren
  • Fragiles X-Syndrom: Differenzierung durch molekularbiologische Untersuchung möglich
  • Tuberöse Hirnsklerose: Ausschluss durch bildgebende Verfahren möglich
  • Phenylketonurie: Stoffwechselerkrankung, die nachgewiesen werden kann
  • Frühkindliche schizophrene Psychose: Wahnsymptome, Halluzinationen oder Verschlechterung des erlangten Niveaus fehlen beim Autismus
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung: Unterscheidung vom Asperger-Syndrom ist schwierig, eine genaue Anamnese ist wichtig
  • Mutismus: kein Sprechen (oft beschränkt auf bestimmte Situationen, unauffälliger Gebrauch der Sprache in vertrauten Situationen)
  • "ADHS" – Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung: Diese Störung wird von manchen Diagnostikern aufgrund teilweiser Ähnlichkeiten im Erscheinungsbild mit dem Asperger-Syndrom verwechselt. Darüber hinaus können die beiden Störungsbilder auch gemeinsam auftreten.

To top